Peter Keup „Wie aus Opfern Täter wurden“

LeseRaum Akazienallee Am Handelshof 1, 45127 Essen, Essen, DE

Im Rahmen von "Snowdance. Independent Film Festival" konnte man Anfang Februar in Essen den Dokumentarfilm "The Spies Among Us" sehen (er hat beim Festival den Preis für die beste Regie gewonnen). Der Film basiert auf der Recherche des Historikers Peter Keup nach Spuren zu seiner eigenen Geschichte. Das zugrunde liegende Buch, seine Dissertation beleuchtet die Machenschaften des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR und deren Langzeitfolgen bis heute.

Als Turniertänzer versucht Peter Keup, aus der DDR zu fliehen. Er wird gefasst, kommt ins Gefängnis und später in den Westen – aber die Fragen lassen ihn nicht los. Mit dem Ende des SED-Regimes wurde auf der Grundlage einer Täter-Opfer-Dichotomie auf der einen Seite der gigantische MfS-Überwachungs- und Verfolgungsapparat untersucht, auf der anderen das Leid der Betroffenen in den Blick genommen. Versuche einer Opfer-Täter-Begegnung mit dem Ziel einer Annäherung oder gar Versöhnung scheiterten. Peter Keup setzt sich intensiv mit der eigenen Familie auseinander, nachdem er beim Blick in die Stasi-Akten dort den eigenen Bruder als Quelle findet.

Klar ist, dass jede Einteilung in Schwarz oder Weiß, Gut oder Böse, Opfer oder Täter Zwischenschattierungen außer Acht lässt. Hat sich durch den Film etwas geändert? Peter Keup stellt sein Buch und seine Geschichte vor.

10.€ – 15.€

Literaturviertelfest in der Akazienallee

LeseRaum Akazienallee Am Handelshof 1, 45127 Essen, Essen, DE

Feiert mit uns das Buch, die Literatur und die Begegnung!
Bücher sollten nicht nur gelesen, sondern erlebt, diskutiert und gemeinsam erfahren werden – davon sind wir überzeugt. Deshalb findet am 9. Mai 2026 auch dieses Jahr wieder das Literaturviertelfest in der Akazienallee statt – mit Lesungen, Diskussionsveranstaltungen und Musik.
Seid dabei, wenn Autorinnen und Autoren wie Sarah Jäger, Miedya Mahmod, Denis Pfabe und David Schraven aus neuen Büchern und Texten lesen, pflückt kostenlose Bücher von unseren Bücherbäumen, diskutiert mit den Autor*innen, besucht die Buchhandlung Proust.
Am Abend wollen wir ein weiteres Mal an den andauernden Krieg in der Ukraine erinnern und lesen Texte der letzten Jahre von Viktoria Amelina, Serhej Zhadan u.a.

Free

Paul Ingendaay „ENTSCHEIDUNG IN SPANIEN Der große Kampf der Literatur 1936-1939“

LeseRaum Akazienallee Am Handelshof 1, 45127 Essen, Essen, DE

Paul Ingendaay erzählt eine packende Geschichte von Mut und Verblendung im Prolog des Zweiten Weltkriegs; Hintergrund ist der Spanischen Bürgerkrieg. Moderation: Norbert Wehr

Am 19. Juli 1936 besteigt General Francisco Franco ein Flugzeug in Richtung Tetuán, um sich einem Aufstand gegen die spanische Republik anzuschließen. Der Putsch sorgt rund um den Erdball für Entsetzen – und eine so spontane wie heftige Gegenwehr. Zehntausende Freiwillige aus aller Welt nehmen es auf sich, dem Land gegen die Invasion von innen beizustehen. Es sind Künstler, Reporterinnen, Intellektuelle und Verfolgte, es sind Helfer und Krankenschwestern, Idealistinnen und Abenteurer.
Sommer 1936: In Madrid kühlen Anwohner das heiße Straßenpflaster mit Wasser, während wenige Häuser weiter eine Pistole im Parlament gezogen wird. Auf den Wagner-Festspielen in Bayreuth erhält Hitler einen Brief: Ein gewisser General Franco bittet ihn um militärische Unterstützung bei einem Putsch gegen die spanische Regierung. Sechs Tage später macht sich eine deutsche Fliegereinheit in Zivil unter dem Codenamen «Unternehmen Feuerzauber» bereit für den Einsatz. Und inmitten all der Wirren bricht eine wild zusammengewürfelte Gruppe an Freiwilligen auf, um Spanien gegen den faschistischen Umsturz zu verteidigen. Ernest Hemingway, George Orwell, Martha Gellhorn, André Malraux, Arthur Koestler, Willy Brandt, Simone Weil und andere schließen sich ihnen an. Es ist die Zeit der großen Entscheidungen in Europa – und doch auch die der Zufälle, der Unfälle und tragischen Ironie.
Karten in der Buchhandlung Proust

Eine Veranstaltung im Rahmen von LITERATUR: LITERATUR!
Gefördert von der Alfred und Claire Pott-Stiftung

10.€ – 15.€

CÉCILE WAJSBROT: OFFENER HIMMEL

LeseRaum Akazienallee Am Handelshof 1, 45127 Essen, Essen, DE

Cécile Wajsbrot, mit der Ehrendoktorinnenwürde derUniversität Duisburg-Essen ausgezeichnet, stellt ihren neuen Roman vor. Moderation: Stephanie Bung und Veronika Stritzke
Cécile Wajsbrot hat seit ihrem literarischen Debut im Jahr 1982 zahlreiche Romane, Erzählbände, wissenschaftliche Essays und literarische Übersetzungen (u.a. von Peter Kurzeck) veröffentlicht. Zuletzt, im Jahr 2024, erschienen sowohl ihre gesammelten Essays als auch ihr jüngster Roman, Plein ciel, der seit Februar 2026 unter dem Titel Offener Himmel auch in deutscher Übersetzung von Holger Fock und Sabine Müller vorliegt.
Der Roman handelt vom Fliegen, vom Fallen und von Flugwesen aller Art. In die vielstimmige Erzählung eingewoben ist zunächst der Menschheitstraum vom Fliegen. Wovon träumen wir, wenn wir vom Fliegen träumen? Falls wir vom Fliegen träumen? Tatsächlich fliegt zumindest eine der Figuren des Romans überhaupt nicht gerne. Sie hat Angst vor Flugreisen und zieht dem Flugzeug bei weitem das Reisen mit der Bahn vor. Fliegen als Albtraum, als Schatten der Vergangenheit, als das traumatische Erlebnis eines Kindes, dem ein geliebter Mensch – in diesem Fall durch einen mysteriösen Flugzeugabsturz – genommen wurde.
Der Roman verarbeitet auf diese Weise Themen und Strukturen, die Wajsbrots Werk, das im Spannungsfeld von Sprach- und Geschichtserfahrung angesiedelt ist, insgesamt prägen. Besonders eindrücklich ist dabei einmal mehr die erzählerische Stimmenvielfalt, durch die hier dem Albtraum vom Fallen Lichtgestalten mit und ohne Flügeln entgegentreten.
Diese Stimmenvielfalt wollen Stephanie Bung und Veronika Stritzke im Gespräch mit Cécile Wajsbrot hervorheben und sie in einer zweisprachigen gemeinsamen Lesung zu Gehör bringen.

Karten in der Buchhandlung Proust

Eine Veranstaltung im Rahmen von LITERATUR: LITERATUR!
Gefördert von der Alfred und Claire Pott-Stiftung

Veranstalter: Literarische Gesellschaft Ruhr e.V. , Universität Duisburg-Essen

10.€ – 15.€