LITERATUR:LITERATUR!
Ulf Stolterfoht über seinen Band rückkehr von krähe:
„Krähe ist kein lyrischer Frischling. Sein erster Auftritt fällt auf den Oktober 1970, als bei Faber & Faber Ted Hughes‘ Gedichtband Crow. From the Life and Songs of the Crow erscheint. Er habe mit Crow eine Sammlung von Liedern „with no music, in a super-simple and super-ugly language“ schreiben wollen, sagt Hughes – und war durchaus erfolgreich damit. Crow ist in seiner Dunkelheit und seiner schwer erträglichen Gewalttätigkeit ein singuläres Ereignis in der Lyrikgeschichte. Ich selbst habe das Buch ein Jahr später gelesen, war schockiert und schwer beeindruckt zugleich, und wusste, dass ich so etwas irgendwann auch einmal versuchen wollte.
Bis dahin hat es nun fast vierzig Jahre gedauert – und herausgekommen ist natürlich etwas ganz anderes. rückkehr von krähe ist ein langes Abenteuergedicht in 14 Abteilungen, und von Ted Hughes‘ ursprünglicher Konzeption hat eigentlich nur der Protagonist überlebt: Krähe, eine Figur, von der wir nach wie vor nicht wissen, wen wir da eigentlich vor uns haben: einen Vogel, einen Menschen (und falls ja: einen Mann oder eine Frau?), eine Trickster-Gestalt, einen Gott oder einen Teufel …“
Christian Metz in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung: „Mit rückkehr von krähe ist dem in Berlin lebenden Autor gelungen, was Hughes versagt blieb: eine epische Volkssaga zu dichten, eine Verserzählung von atemberaubendem Ausmaß, gargantuesker Überdrehung und überbordender Kombinationslust. Was für ein Werk! Was für eine außer Rand und Band geratenes, poetisches Schlaraffenland, bei dem einem die reifen Ideen von den porphyrischen Bäumen direkt in den Mund zu fallen scheinen.“
Moderation: Norbert Wehr
Karten in der Buchhandlung Proust
Eintritt: 15,- Euro
Eine Veranstaltung der Literarischen Gesellschaft Ruhr
im Rahmen von LITERATUR: LITERATUR!
Gefördert von der Alfred und Claire Pott-Stiftung